Ich habe eine Inverzugsetzung erhalten

Warum?

Der Versand einer Inverzugsetzung ist die letzte einvernehmliche Maßnahme, bevor ein Gerichtsverfahren eingeleitet wird. Diese Inverzugsetzung kann die Bezahlung einer von Ihnen eingegangen Schuld bezwecken (z.B. unbezahlte Rechnung(-en), Entrichtung von Steuern, von Gebühren oder von Sozialbeiträgen, die Bezahlung einer Miete oder die Entrichtung von Unterhaltszahlungen, oder die Erfüllung vertraglicher oder gesetzlicher Verpflichtungen).

Die Inverzugsetzung folgt einer oder mehreren Mahnungen die Ihnen von unserem Mandanten zugesendet wurden und die erfolglos geblieben sind. Vielleicht ganz einfach, weil Sie eine Rechnung verlegt haben und/oder weil Sie umgezogen sind, ohne die neue Anschrift zu hinterlassen. Vielleicht aber auch, weile Sie keine Folge leisten konnten oder wollten.

Was sollten Sie tun?

Egal aus welchem Grund Sie nicht reagiert haben, es ist in Ihrem eigenen Interesse, dass Sie sofort auf diese Inverzugsetzung reagieren.

1) Wenn Sie der Auffassung sind, dass die Forderung unbegründet ist:

  • Setzen Sie sich mit dem Gerichtsvollzieher in Verbindung
  • Erklären Sie schriftlich die Gründe, warum Sie die Forderung anfechten.
  • Der Gerichtsvollzieher wird zusammen mit Ihrem Gläubiger untersuchen, ob die Forderung aufrechterhalten wird und wird Sie weiter auf dem Laufenden halten.

2) Wenn Sie die Forderung nicht bestreiten :

Begleichen Sie die betreffende Schuld sofort, wenn Sie in der Lage sind, das zu tun.

Wenn die gemachten Schulden im Rahmen einer Warenlieferung oder einer Dienstleistung gemäß dem Verbraucherschutzgesetz vom 20/12/2002 erfolgte, trägt Ihre Inverzugsetzung den gesetzlichen Hinweis : «Diese Rechnung betrifft eine einvernehmliche Eintreibung und keine gesetzliche Eintreibung (Vorladung vor Gericht und Beschlagnahme) » und hat für Sie keine Gerichtsvollzieherkosten zur Folge.

In den anderen Fällen ist der Gerichtsvollzieher dazu ermächtigt Ihnen die Kosten der Inverzugsetzung in Rechnung zu stellen. Im Vergleich zu den Kosten, die im Falle einer gerichtlichen Eintreibung entstehen könnten, sind diese Kosten niedrig.

Ich kann nicht die gesamten Schulden bezahlen

Wenn Sie nicht sofort Ihre gesamten Schulden begleichen können, nehmen Sie mit dem Gerichtsvollzieher Kontakt auf, um ihm einen angemessenen Entschuldigungsplan vorzuschlagen in dem gleichzeitig der Umfang der Schulden wie auch Ihre finanziellen Möglichkeiten berücksichtigt werden. Der Gerichtsvollzieher wird gegebenenfalls die Genehmigung Ihres Gläubigers einholen und wird Ihnen dessen Entscheidung bekanntgeben. Wenn Ihr Vorschlag akzeptiert wird, sollten Sie darauf achten, regelmäßig zu überweisen (an einem festen Datum, in gleichen Summen): vorzugsweise geben Sie Ihrer Bank einen Dauerzahlungsauftrag. Wenn Sie vorübergehende Zahlungsprobleme haben sollten, nehmen Sie mit dem Gerichtsvollzieher Kontakt auf vor dem monatlichen Fälligkeitstag um den Aufschub Ihrer Monatsratenzahlung zu besprechen.

Möchten Sie Ihre Akte über einen gesicherten Zugang einsehen? Klicken Sie hier.

Und wenn ich gar nichts unternehme?

Wenn Sie der Inverzugsetzung keine Folge leisten und wenn der Gläubiger Ihre Bitte um Aufschub nicht einwilligt, oder auch wenn Sie den genehmigten Zahlungsplan unterbrechen, könnten Sie vorgeladen werden, um auf Verlangen des Gläubigers vor Gericht zu erscheinen. Wenn der Richter der Auffassung ist, dass die Bedenken Ihres Gläubigers begründet sind und Sie verurteilt, sollten Sie wissen, dass Sie nicht nur die Schuld, die Sie Ihrem Gläubiger gegenüber haben (auch die « Hauptsumme » genannt), sondern auch die Verzögerungszinsen und andere Pauschalentschädigen (als « Strafklauseln » bezeichnet) welche in den Vertragsbedingungen oder im Gesetz festgelegt sind, wie auch alle Kosten des gegen Sie eingeleiteten Gerichtsverfahrens, bezahlen müssen.

Im Falle einer unbezahlten Schuld gegenüber einer Behörde oder einer Sozialversicherungskasse, könnten diese einen Zahlungsbefehl gegen Sie erlassen. Dieser wird so genannt weil er den gleichen zwingend Wert als ein Urteil hat.

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